Trotz Bedenken: Daten von Wearables sollen gesammelt werden

von Dietmar Müller am 10. Februar 2016
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Also doch: Vertreter von Politik und Krankenkassen wollen die Gesundheitsdaten der Deutschen sammeln und auswerten. Der jüngste Vorstoß dazu kommt von der Techniker-Krankenkasse (TK). Und die Bundebürger scheinen das hinzunehmen.
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Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), sagte der"Süddeutschen Zeitung", dass die Möglichkeiten der Digitalisierung "endlich auch im Gesundheitswesen genutzt" werden müssten. Die elektronische Patientenakte biete "große Chancen", dies gelte auch für die Nutzung der Daten von Fitness-Trackern. Die Zahl dieser Wearables und der dazu gehörenden Gesundheits-Apps steigt in Deutschland kontinuierlich.

Eine im Rahmen des gestrigen Safer Internet Day vorgestellte Verbraucherbefragung des Markt- und Meinungsforschungsunternehmens YouGov im Auftrag des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz hat ergeben, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher Risiken bei der Nutzung von 'Wearables' sehen: 32 Prozent der Befragten befürchteten falsche Messwerte, 31 Prozent falsche Gesundheitsratschläge und 39 Prozent sahen die Verwendung der Daten durch Dritte als Problem; 28 Prozent der Befragten sahen keine Probleme.

Besonders sensibel reagierten die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Datenschutz: 32 Prozent finden, dass die persönlichen Gesundheitsdaten niemanden etwas angehen, weitere 49 Prozent wollten selber bestimmen, wer die Gesundheitsdaten erhält, nur fünf Prozent der Befragten war es egal, wer auf ihre persönlichen Gesundheitsdaten Zugriff hat. Verbraucherschutzminister Heiko Maas beschwichtigte umgehend: "Sensible Gesundheitsdaten bedürfen eines besonderen Schutzes. Es darf nicht sein, dass Informationen über individuelle körperliche oder seelische Schwächen auf dem Datenmarkt die Runde machen. Wir werden deshalb prüfen, die Verwendung bestimmter Gesundheitsdaten auf Grundlage der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung einzuschränken." Die wachsende Bedeutung von Wearables, das sind am Körper getragene Kleincomputer wie etwa Fitnessarmbänder und Gesundheits-Apps, belegen Untersuchungen des Digitalverbands Bitkom. Nach einer repräsentativen Umfrage unter 1.236 Personen von Bitkom Research nutzen derzeit 31 Prozent der Bundesbürger ab 14 Jahren so genannte Fitness-Tracker zur Aufzeichnung von Gesundheitswerten: 18 Prozent nutzen Fitness-Armbänder, 13 Prozent Smartphones mit Fitness-Apps und 6 Prozent Smartwatches.

Die häufigsten gemessenen Werte, die von den Nutzern von Fitness-Trackern erhoben werden, sind Körpertemperatur (99 Prozent der Nutzer), Körpergewicht (75 Prozent), Anzahl der gegangenen Schritte (62 Prozent) sowie die zurückgelegte Strecke (57 Prozent). Laut Umfrage messen aber auch 31 Prozent aller Befragten ihren Blutdruck mit einem herkömmlichen Messgerät, in der Altersgruppe ab 65 Jahren sogar 60 Prozent.

Nach den Ergebnissen der Umfrage setzen 30 Prozent der Smartphone-Nutzer Gesundheits-Apps ein, die neben der Messung und Auswertung von Vitalwerten bei der Suche nach Ärzten oder Apotheken helfen, beim Abnehmen oder bei der Raucherentwöhnung unterstützen oder einen gesunden Schlaf fördern.

Auch in unserem Forum wird der Einsatz von Wearables etwa im Unternehmen ausführlich diskutiert. Machen Sie mit.

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