IT-Verantwortliche begrüßen technologischen Wandel

von Dietmar Müller am 17. März 2016
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Manchem Manager wird ja gerne nachgesagt, mit neuen Technologien wenig am Hut zu haben. Eine neue weltweite Studie belegt aber: Die überwältigende Mehrheit der IT-Entscheider ist offen für Veränderungen und begreift einen Wandel im Geschäftsumfeld als Chance für ihr Unternehmen.
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In Deutschland sehen sie vor allem sich wandelnde Kundenerwartungen und disruptive Technologien als treibende Faktoren für Veränderungen. Die Rolle des Staates wird hierzulande dagegen als äußerst unbedeutend eingeschätzt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des ERP-Anbieter IFS. Befragt wurden über 1000 CIOs, CTOs und andere maßgebliche IT-Verantwortliche in zwölf Ländern zum geschäftlichen Wandel ihrer Unternehmen. Die Studienteilnehmer stammten aus unterschiedlichen Branchen, unter anderem aus der Fertigungsindustrie und dem Baugewerbe.

Mit 93 Prozent zeigte sich die überwältigende Mehrheit der Befragten offen für Veränderung und gab an, einen Wandel im Geschäftsumfeld als Chance für ihr Unternehmen zu sehen. Weltweit einig waren sich die IT-Verantwortlichen auch darin, dass es zur erfolgreichen Bewältigung von geschäftlichem Wandel vor allem auf ein Bewusstsein für die Ausrichtung des Unternehmens, klare Geschäftsziele und eine funktionierende Unternehmensführung ankommt. Diese drei Aspekte nannten zwei Drittel von ihnen als entscheidende Erfolgsfaktoren.

Darüber hinaus wurden die Studienteilnehmer gebeten, aus einer vorgegebenen Liste die drei Faktoren auszuwählen, die das Geschäft ihres Unternehmens am stärksten verändern. Mit 68 Prozent landeten dabei veränderte Kundenanforderungen auf Platz eins, gefolgt von Entscheidungsträgern der Geschäftsführungsebene (37 Prozent) und der Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen (29 Prozent).Aufgeschlüsselt nach Ländern offenbaren die Studienergebnisse aber teilweise erhebliche Unterschiede:

- Ähnlich wie ihre internationalen Kollegen sehen zwar auch die deutschen IT-Entscheider veränderte Kundenerwartungen als wichtigsten Faktor für den Wandel (69 Prozent); deutlich häufiger als der weltweite Durchschnitt nennen sie hier aber auch disruptive Technologien (44 Prozent gegenüber 25 Prozent weltweit). Eine deutlich geringere Bedeutung als im Rest der Welt schreiben sie dagegen den Entscheidungsträgern der Geschäftsführungsebene zu (14 Prozent versus 37 Prozent). Den Einfluss des Staates auf geschäftlichen Wandel schätzen hierzulande gerade einmal 2 Prozent der IT-Verantwortlichen als bedeutend ein - weltweit dagegen sind es immerhin 18 Prozent.

- In China werden die leitenden Führungskräfte mit großem Abstand als wichtigster Einflussfaktor für Veränderungen im Geschäft ihres Unternehmens gesehen (65 Prozent im Vergleich zu 37 Prozent weltweit). Besonders gering schätzen die IT-Verantwortlichen dort dagegen den Einfluss der Mitarbeiter sowie internationaler und lokaler Regularien ein (11 Prozent beziehungsweise 6 Prozent im Vergleich zu weltweit 21 Prozent beziehungsweise 20 Prozent).

- Ganz im Gegensatz dazu gelten in den Benelux-Staaten und Norwegen die Mitarbeiter als wichtigster Einflussfaktor für Veränderungen im Geschäftsleben (jeweils 44 Prozent gegenüber 28 Prozent weltweit). Ähnlich wie in China sehen die IT-Entscheider in Schweden, Norwegen und Dänemark nur eine geringe Bedeutung lokaler Gesetze sowie staatlicher Veränderungen (durchschnittlich 7 Prozent beziehungsweise 11 Prozent).

- Ein völlig anderes Bild zeichnet die Studie hier für Brasilien. Dort sind 81 Prozent der IT-Entscheider der Meinung, dass staatliche Veränderungen und lokale Gesetzgebung einen großen Einfluss auf den Wandel haben (weltweit 38 Prozent).- Staatlichen Veränderungen wird auch in den nordamerikanischen Staaten eine wichtige Rolle zugeschrieben. Sie sehen durchschnittlich 37 Prozent der IT-Verantwortlichen als wichtigen Einflussfaktor an (weltweit 18 Prozent).

- In Großbritannien wird der Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen eine besonders wichtige Rolle für geschäftlichen Wandel eingeräumt (51 Prozent im Vergleich zu 29 Prozent weltweit).- Die IT-Entscheider in Frankreich schreiben Fusionen und Übernahmen einen doppelt so großen Einfluss auf das Geschäft ihres Unternehmens zu wie ihre Kollegen im Rest der Welt (41 Prozent versus 20 Prozent).

- Spanien ist das einzige Land weltweit, in dem die IT-Entscheider mit jeweils 59 Prozent die Bedeutung der C-Level-Führungskräfte genauso so hoch einschätzen wie den Einfluss veränderter Kundenanforderungen.

Auch im Branchenvergleich offenbart die Studie einige bemerkenswerte Unterschiede. So wird im Baugewerbe der Einfluss der Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen auf geschäftlichen Wandel nicht so hoch eingeschätzt wie in der Fertigungsindustrie (22 Prozent gegenüber 41 Prozent). Staatliche Veränderungen werden im Baugewerbe dagegen als signifikanterer Faktor gesehen als in der Fertigungsindustrie (26 Prozent gegenüber sieben Prozent).

Die Fertigungsindustrie schreibt disruptiven Technologien eine besonders bedeutende Rolle zu; die Befragten aus dieser Branche sehen in ihm den zweitwichtigsten Einflussfaktor für geschäftlichen Wandel. Am anderen Ende der Skala findet sich in der Fertigungsindustrie die Rolle der leitenden Führungskräfte. Nur vier Prozent sehen sie als wichtigen Antriebsfaktor; im Baugewerbe dagegen sind es 20 Prozent.

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