IDC: Windows 10 zwingt zu Mobility

von Dietmar Müller am 11. Februar 2016
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Unternehmen machen ihre Mitarbeiter Mobil. Dabei gibt es aber vieles zu beachten. Die drei heißesten Eisen in Sachen Mobility beschreibt Mark Alexander Schulte, Consultant vom Analystenhaus IDC.
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Unternehmen und Anbieter, die am Puls der Zeit sein wollen, sollten aus Sicht von IDC daher insbesondere die folgenden drei Aspekte beachten:

Grenzen zwischen Mobile- und Desktop-Infrastruktur verschwimmen

Mobile Clients gewinnen in vielen Organisationen bei der Ausstattung des IT-Arbeitsplatzes die Oberhand. Allerdings wird aus IDC-Sicht der Desktop-PC in nächster Zeit nicht gänzlich aus deutschen Unternehmen verschwinden. Vielmehr wird die bis dato getrennte klassische Desktop-PC-Welt mit der Mobile-IT allmählich verschmelzen. Das wird vor allem in Hinblick auf Betriebssysteme, Applikationen und deren Management deutlich werden. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist Windows 10, mit dessen Einführung sich IT-Entscheider in 2016 intensiv auseinandersetzen werden.

Die verbesserten Security- und Management-Features sowie das Universal App Ecosystem der neuen Windows-Version könnten zu einem Game Changer im Business Bereich werden. Es verspricht, die hohe Komplexität beim Client Management sowie die Integration von Legacy Software zu vereinfachen. Die Erwartungen an Windows 10 sind hoch - im Jahr 2016 wird sich zeigen, ob sie berechtigt sind.

Cloud-basierte EMM-Software wird On-Premise Softwarelizenzen beim Neugeschäft überholen

Wie in einigen anderen Software-Märkten, hat der Anteil an Enterprise Mobility Management-Software, die aus der Cloud bezogen wird, in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt - auch wenn er nach wie vor die Minderheit im Markt darstellt. Eine schnelle Bereitstellung und Integration, eine subskriptionsbasierte Abrechnung oder eine hohe Skalierbarkeit sind für viele Unternehmen attraktiv und wesentliche Treiber der anhaltenden Verbreitung.

Der EMM-Markt wird in Deutschland 2016 nach unserer Prognose mit 19 Prozent zulegen, was deutlich über dem durchschnittlichen Wachstum des deutschen Software-Markts liegt. Das wird beispielsweise durch einen wachsenden Einsatz im Midmarket getrieben, der mit EMM-Software noch unterversorgt ist. Zudem haben viele Anbieter die Bedenken von Organisationen in Hinblick auf den Datenschutz, die Datensicherheit und die Verfügbarkeit ernst genommen und bieten cloud-basierte Lösungen verstärkt aus Rechenzentren in Deutschland oder der EU an. Diese Investitionen zahlen sich auch vor dem Hintergrund des gekippten Safe-Harbor-Abkommens aus. ISC erwartet daher, dass der Anteil des Cloud-Umsatzes am Neugeschäft im laufenden Jahr 2016 erstmals die Softwarelizenzeinnahmen übersteigt.

Gewährleistung der Mobile Security bleibt die größte Baustelle

Die Gewährleistung einer umfassenden Sicherheit für Smartphones, Tablets und Co. stellt für viele Unternehmen nach wie vor eine Herausforderung dar. Diese entsteht insbesondere durch die hohe Komplexität der mobilen IT, die durch verschiedene mobile Betriebssysteme, eine Verschmelzung von privater und geschäftlicher Technologie, eine kontinuierlich wachsende Anzahl an Smart Devices sowie eine hohe Innovationsdynamik gekennzeichnet ist. Zudem befinden sich IT-Entscheider in einem Zwiespalt: Auf der einen Seite müssen sie die Sicherheit von Firmendaten auf mobilen Geräten verbessern, auf der anderen Seite soll die Produktivität der Anwender im Umgang mit mobilen Smart Devices nicht eingeschränkt werden.

Bei der Absicherung der mobilen IT gibt es keine einfachen Lösungen. Unternehmen werden daher auch in diesem Jahr weiter an dieser Baustelle arbeiten müssen, denn es ist nicht zu erwarten, dass die Sicherheitsgefährdungen durch mobile Endgeräte, Apps und Content zurückgehen werden. Anbieter werden laut IDC insbesondere mit Lösungen punkten, die ein hohes Maß an Sicherheit versprechen und gleichzeitig den Anwender nur geringfügig in seiner Tätigkeit einschränken. Technologie alleine wird jedoch nicht ausreichen, um die mobile IT abzusichern. Vielmehr sollten Anbieter ihr Angebot beispielsweise durch Workshops ergänzen, die auf eine stärkere Sensibilisierung der Anwender abzielen.

Schultes Fazit

Mobility wird Unternehmen auch im Jahr 2016 in allen Facetten beeinflussen. Organisationen werden Investitionen tätigen, um Geschäftsprozesse zu mobilisieren, moderne IT-Arbeitsplätze anzubieten und ein interaktives Kundenerlebnis zu entwickeln. Diese Initiativen werden die bestehenden Security-Konzepte erneut herausfordern. Auch wenn es gilt, diese Vorhaben in den nächsten Monaten aktiv anzugehen, sollten Anwenderunternehmen - aber auch die Anbieter - ihre Mobility-Strategien und Ressourcen an aufkommende Themen wie dem Internet of Things, Wearable Devices und Cognitive Computing anpassen. Denn diese werden Workflows radikal verändern. Das ist kein Aufruf, Enterprise Mobility weniger Beachtung zu schenken. Es ist vielmehr der Aufruf, Best Practice, Erfahrungen und Ressourcen aus Mobility-Initiativen auf die Ära des Connected Computing vorzubereiten und anzuwenden.

Der Wandel zum "Mobile Enterprise" hat sich mittlerweile zu einem der wichtigsten Trends der IT-Branche entwickelt. Unser Video "Mobile Enterprise? Aber sicher!" zeigt kurz und kompakt, worauf der Fokus liegen sollte!

Kann das Management von Mobilgeräten in kleineren Betrieben den Mitarbeitern selbst überlassen werden? Oder braucht man auch hier ein ordentliches Mobile Device Management? Im IBM Experts Forum entspann sich dazu eine kontroverse Diskussion.

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