Die Umsetzung der Digitalisierung stockt

von Dietmar Müller am 24. Februar 2016
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Deutsche Unternehmen müssen die Geschwindigkeit, in der sie die digitale Transformation vorantreiben, massiv erhöhen – die Zeiger der Digitalisierungsuhr stehen bereits auf fünf vor zwölf! Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Lünendonk zum digitalen Reifegrad führender Branchen.
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"Digitalisieren Sie schon?" ist ein Benchmark für die digitale Agenda und wurde gemeinsam mit dem IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen Lufthansa Industry Solutions und Professor Dr. Peter Buxmann vom Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt erstellt. Ziel der Studie war es zu ermitteln, wie große Unternehmen ihre Unternehmensstrategien, Organisationsstrukturen und IT-Prozesse auf die Anforderungen des digitalen Wandels ausrichten. Zur Analyse der Ergebnisse wurde ein Reifegradmodell entwickelt, um anhand von zentralen Fragestellungen die Unternehmen nach dem Fortschritt ihrer digitalen Transformation einzuordnen.

Digitale Transformation ist Thema des Top-Managements. Demnach sind sich die 103 befragten Studienteilnehmer aus den Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Automotive (OEM und Zulieferer) sowie Logistik und Transport im Klaren darüber, dass die Digitalisierung gleichermaßen Herausforderungen und Chancen bietet. In vielen Fällen muss zunächst einmal an den Grundlagen gearbeitet werden: "Es gibt fünf entscheidende Handlungsfelder, auf denen Unternehmen die Voraussetzungen für die Digitalisierung schaffen müssen", sagt Bernd Appel, Geschäftsführer Lufthansa Industry Solutions.

"Zu den für die erfolgreiche Digitalisierung wichtigsten Handlungsfeldern zähle ich auf Organisationsebene die Etablierung digitaler Unternehmenskultur, datengetriebenen Denkens und agiler Methoden. Um eine gut durchdachte Architektur sowie um realtime-fähige Services geht es auf der Architekturebene", so Appel weiter. Unternehmen müssten diese Maßnahmen auch zügig angehen, denn die Digitalisierung soll laut 46 Prozent der befragten Business- und IT-Entscheider in den nächsten zwei Jahren bereits eine "sehr hohe Bedeutung" für den Geschäftserfolg ihres Unternehmens einnehmen.

Bei der Analyse des technischen Reifegrads der Unternehmen zeigt sich, dass die meisten vor allem im Bereich Mobile relativ gut aufgestellt sind. Aktuell ermöglichen 67 Prozent der Befragten ihren Mitarbeitern, von unterwegs auf unternehmensrelevante Kernprozesse zuzugreifen. In den kommenden Jahren soll sich ihre Zahl auf 87 Prozent erhöhen.

Ein massiver Ausbau der technologischen Fähigkeiten und Lösungsmöglichkeiten, so die weiteren Studienergebnisse, ist beim Thema Big/Smart Data Analytics mit verstärkter Sammlung und Analyse von Kundendaten sowie Nutzung der Daten für Predictive Analytics und Predictive Maintenance geplant.

In Bezug auf Social Business bzw. Collaboration sind die Unternehmen dagegen noch nicht soweit. Aktuell stellen 52 Prozent der Studienteilnehmer ihren Mitarbeitern moderne Technologien für ein effizientes Arbeiten beziehungsweise Kommunizieren miteinander zur Verfügung; 86 Prozent wollen in zwei Jahren soweit sein.

Weiter an Bedeutung gewinnen soll auch das Konzept Industrie 4.0. So soll der Anteil an Unternehmen, die Produkt- und Produktionsdaten systematisch mittels Sensoren erheben, von derzeit knapp 50 auf über 75 Prozent steigen. Für automatisierte und in Echtzeit stattfindende Datenanalysen wird ein Anstieg der Unternehmen von 57 auf 78 Prozent prognostiziert. Im Hinblick auf die Zukunft sagen fast alle Unternehmen aus, dass sie die genannten Technologiethemen weiter vorantreiben wollen.

"Eine erfolgreiche digitale Transformation setzt voraus, die Möglichkeiten moderner Technologien, wie Cloud Computing, Mobile, Sensorik, Data Analytics oder Robotics und 3D-Druck, intelligent zu Prozess-, Produkt- und Serviceinnovationen zu kombinieren", so Bernd Appel die Studienergebnisse. Nahezu alle Unternehmen aus der Studie hätten hier aber noch eine Vielzahl an Veränderungs- und Anpassungsmaßnahmen auf ihrer Agenda.

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